Donnerstag, 17. Juni 2010
Also gestern, Mittwoch, haben wir den Raum mit dem Käfig ausprobiert. Schon zu Beginn haben wir festgestellt, dass dies nicht unser Raum sein wird. Die ganze Atmosphäre ist nicht so wie wir es gerne haben. Wie schon vorher erwähnt, es muss einfach alles stimmen. Von den Geräten und dem Ambiente. Ich weiss nicht was es ist, halt einfach nur ein kalter Raum.
Ich wollte ihn in den Käfig sperren, doch anscheinend sind die nur für kleinwüchsige oder dünne Sklaven gemacht. Mein grosser, starker Mann passt da nicht rein. Weder von hinten noch vorne. Also habe ich ihn auf den Käfig gebunden. Die Höhe genau richtig zum vorwärmen. Doch die Stimmung kam einfach nicht auf. Das zweite Möbel war ein Metallrahmen mit Befestigungsringen an den Seiten. Da konnte ich mich genüsslich an einem Bondage üben. Die Maske wurde ihm übergestreift damit er sich schön in sich selber wiegen konnte. Auch hier haperte es mit der Stimmung. Es war einfach nicht unser Raum. Ich befahlt ihm unseren neuen Bock, den wir am Samstag gekauft hatten ihn das Wohnzimmer zu tragen. Ich wollte mal sehen, was subi gekauft hatte und ob der auch etwas taugte. Er ist sehr leicht und kann sogar von mir rumgetragen werden. Er hat die richtige Höhe und die Haken sind an der richtigen Stelle angebracht um subi zu stabilisieren.
Wir haben von unserem Freund einen Latexbezogene Rohrstock erhalten. Den wollte ich mal ausprobieren. Ich weiss zwar, dass subi gar nicht auf die dicken Stöcke steht aber es muss mal ausprobiert werden, oder nicht!? Ausserdem hatte er noch einige Strafhiebe abzugelten. Nach ein, zwei Schlägen war mir auch klar, dass dieser Stock nichts bringt. Ausser dass er nur weh tut und das ist ja auch nicht der Zweck einer Session. Also habe ich den kleinen, normalen Rohrstock genommen. Da subi immer die schnell verschwindenden Streifen bemängelt, wollte ich mir besonders Mühe geben. Er hat gar nicht mitgezählt, er brauchte alle Kraft um die Schmerzen auszuhalten. Nach jedem Schlag musste ich seinen Kopf schützend in die Hände nehmen. Es hat mich fast zerrissen. In einer Pause fragte er mich wie viele Schläge er noch hat. Ich wusste, dass er das Codewort nicht gebrauchen würde, also habe ich die Session als abgegolten beendet. Auf dem Sofa hat er seinen Kopf auf meinen Schoss gelegt. Sanft habe ich ihm über seinen Körper gestrichen um ihm Geborgenheit und Wärme zu geben. Für mich war diese Session ein absoluter Tiefgang. Es hat mir nichts gebracht.
Ich kann mir einfach nicht erklären warum er solche Strafen hinnimmt. Warum ihm danach ist, von mir gedemütigt und rumkommandiert zu werden. Er sagt manchmal, ich erdulde das für dich. Doch ich habe nie danach verlangt. Mir ist jedoch bewusst, dass unsere Beziehung nie so gut sein würde, wenn das BDSM nicht ein Teil davon wäre.
Liebe Naguri!
Du schreibst diese Session hat Dir nichts gebracht. Ich meine zwischen den Zeilen zu lesen, dass da eine extreme Nähe war! Bei uns ist es nicht selbstverständlich, dass dies stattfindet. Es gibt durchaus Gelegenheiten, wo wir den Draht zueinander nicht wirklich finden. Umso wertvoller sind mir die gefühlsintensiven Momente, auch wenn mir “nur” das Herz warm wird und andere Körperstellen wie stillgelegt sind. Für mich liegt in den ganzen Strafen, Quälereien und eigentlich in Sessions generell, das Ziel ihn dahin zu bringen wo nur ich ihn wieder auffangen kann, durch dieses Trösten hole ich ihn ganz nah zu mir hin. Für mich ist im Laufe der Jahre, und im immer besser Kennenlernen meines sub, aufgegangen, dass es auch genau das ist was er will, was er sich erhofft und wünscht in einer Session. Es geht (meinem wenigstens) nicht um die Schläge und den Abgrund an den ich ihn stelle, es geht um das Netz das ich darstelle, er kann, zwar ängstlich, am Abgrund stehen und springen, alles loslassen, weil er weiss, dass ich da bin und alles wieder gut machen kann und werde. Mein schlamper zumindest funktioniert ziemlich sicher so! Sie sind ja nicht in allem gleich, die Männer, aber… vielleicht ist es ein Ansatz für eine Antwort auf Dein “Warum”?
liebe Grüsse
Pamina
Liebe Pamina
Ja du hast recht, es war eine grosse Nähe vorhanden. Die Verbindung zwischen subi und mir wird immer intensiver und enger. Aber das mit dem auffangen, damit habe ich noch etwas Mühe. Ich finde, dass er viel zu schnell aus der Session raus ist. Ich muss ihn immer wieder ermahnen nicht so schnell aufzustehen und sich erst zu sammeln. Am liebsten möchte ich eine innige Kuschelstunde um die Session noch nachzuspüren. Aber ich bin oft dazu nicht in der Lage. Die Verantwortug die ich übernehme ist mir sehr wohl bewusst, stellt mich jedoch oft selber nahe an den Abgrund. Damit fertig zu werden und nicht selber aufgefangen zu werden ist oft sehr hart. Aber wie alles im Leben, ist dies einen Weg den ich bewusst eingeschlagen habe und auch weiter gehen werde.
Danke Freundin für deine Worte.
Freue mich schon auf die heutigen Gespräche.
love you
Naguri