Nachdem mich mein Ehemann darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich seit einem halben Jahr nichts mehr geschrieben habe, musste ich eingestehen, dass er Recht hat. Es ist an der Zeit meine Gedanken wieder aufs Papier zu bringen.
Viel ist passiert. Flitterwochen im SM Haus im Juni mit anschliessender SM Hochzeit. Standesamtliche im Oktober. Viel zu tun im Geschäft und Zuhause.
Komischerweise hat sich seit unseren Flitterwochen im SM Bereich nichts mehr getan. Nicht nur bin ich unmotiviert, nein mir fehlt jegliche sexuelle Stimulierung. Ich weiss, dass es nichts mit subi zu tun hat. Aber woran es genau liegt kann ich nicht sagen. Nach 7 Jahren Beziehung, Neuem lernen und Ausprobieren, müssen wir uns beide Aufraffen um die D/s Beziehung aufrecht zu erhalten. Ich muss wohl einen Schritt zurück machen und unsere Beziehung von Aussen kritisch anschauen. Obwohl ich manchmal um Tipps angefragt werde, sehe ich mich nun selber als Ratsuchende. Es gibt keine Ratschläge. Man kann in blogs und Büchern alles Wichtige nachschlagen. Man kann sich alles Vertretbare aneignen, selber ausprobieren und so Fortschritte machen.
Aber es wird immer wieder Zeiten geben wo man genug hat, aufgeben will oder nicht weiss wie man weitermachen soll.
So wie jetzt bei uns.
Wir haben darüber gesprochen. So wie es eigentlich meistens geht; subi sagt es geht nichts mehr, ist aber selber nicht bereit von sich aus eigene Schritte zu unternehmen. Wie so oft gibt es Streit und Tränen (auch Dominas/starke Frauen können weinen) und zu einer Lösung kommt man selten.
Wie so oft liegt es dann an der Herrin weiterzumachen.
Das heisst planen, Befehle erteilen und bei nicht beachten dieser Befehle die Bestrafung.
Frau muss mann sagen dass er sie gebührend begrüssen muss. Ihr Blumen bringt.
Sich zuerst um ihre Belange kümmert bevor er an sich denkt.
Und so weiter und so fort.
Letzte Woche, bei unserem monatlichen Ladies Abend haben wir ausführlich darüber diskutiert. Ich musste feststellen, dass auch meine Freundinnen mit denselben Gedanken beschäftigt waren. Also werde ich ab Heute mein Handeln dementsprechend ändern und mich wieder ganz auf subi konzentrieren. Der wird sich freuen.
Heute Abend haben wir Herrin Pamina mit ihrem Sklaven zum Diner eingeladen. subi wird sich ganz in meine Hände begeben müssen.
- Staubsaugen und Toilette putzen, aber die Hände mit Ketten am Hals befestigt.
- Danach gibt es eine E Stunde (E=Erziehungsstunde) ich glaube wir werden mit der Begrüssung beginnen.
- Während des Abends darf er nur auf meinen Befehl die Küche betreten um seine Aufgaben zu verrichten. Wenn man weiss wie subi ist (Kontrollfreak) dann kann man sich vorstellen wie schwer ihm das fallen wird.
Freue mich auf den heutigen Tag.
Naguri
Erst einmal ein herzliches Dankeschön für die offenen Zeilen.
Bei Gesprächen mit den unterschiedlichsten BDSM-Anhängern bekam ich diese Probleme immer wieder zu hören. Aber auch ich selbst kenne mit meinem Sub diese Schwierigkeit, die Zeit, Muse und Lust zu finden und zu nehmen um genussvoll in die uns verbindende Leidenschaft einzutauchen.
Die unterschiedlichsten Strategien und Abmachungen habe ich schon gehört und selbst schon ausprobiert.
Eine Schwierigkeit ist, dass man BDSM, E-Lektionen oder wie auch immer frau dies nennen möchte, eher selten so aus dem Stegreif einleiten kann. Es benötigt etwas an Gedanken, Vorbereitung und Eintauchen in die passenden Emotionen. Sei es den passenden Zeitpunkt für beide zu finden, den idealen Event auszumachen oder das Szenario mit den dazugehörigen Accessoires zu bestimmen.
Doch wenn ich mit mir ganz ehrlich bin, hat es eigentlich ganz einfach mit der Lust dazu zu tun. Denn wenn diese da ist, kann ich doch Berge, respektive Sklaven versetzen. Dann ist nichts unüberwindlich und die Kreativität, Hingabe, Dominanz, Unterwerfung und das Machtspiel fliessen sprudelnd von beiden ins Spiel ein.
Dazu ist es aber wichtig die eigene sexuelle BDSM-Lust zu kennen und diese auch entsprechend zum erblühen zu bringen und einbringen zu können. Das sich das sexuelle Verhalten von Frauen und Männern etwas unterscheidet, haben wohl die meisten schon erfahren. Diese beiden Unterschiede dann in einem so speziellen Spiel wie das der Dominanz und Hingabe zu vereinen ist nicht gerade einfach.
Wenn ich Herrinnen klagen höre und Sub sexuell notstandmässig fordernd ihr Halsband anziehen, dann ist meist dieses Ungleichgewicht der Lust der Grund für Spannungen in der Dom-Sub-Beziehung. Hat man Lust zur Dominanz, dann holt man/frau sich diese auch durch und mit dem/der Sub.
Mein momentanes Mittel einen konstanten Anteil an SM in unserer Beziehung mitschwingen zu lassen, handelt also davon wie ich in erster Linie meine Lust an Fetisch, BDSM selbst auslebe und nicht belastend nachdenken was ich jetzt für Subbie machen könnte oder sollte. Den ich stelle immer wieder fest, wenn dann Sub meine echte Lust am Erziehen, Erniedrigen und so weiter wahr nimmt und direkt spürt, er dann auch alles tut für mich und wir uns so sehr, sehr nahe als Herrin und Sklave kommen.
Nun der Weg, wie ich meine persönliche sexuelle Lust finde oder gefunden habe, ist so individuell wie wir alle einzigartige Herrinnen oder Sklaven sind. Dafür gibt es keine verbindlichen Ratschlag. Aber ich hoffe, dass ich mit diesen paar Sätzen einen weiteren Input für die Lösung des Problems, das allen von uns immer wieder einmal begegnet, geben konnte.
Liebe Grüsse
Domenique